Mailu SMTP-Relay einrichten: Relay-Host, Relay-Domains und dedizierte IP

Die Grundlagen zu Mailu, Postfächern und DNS stehen bereits im Mailu-Leitfaden. Hier geht es um die Lücke dazwischen: Was ist der Unterschied zwischen Relay-Host und Relay-Domains, und wann lohnt sich eine feste Absender-IP?

Kurzantwort

  1. 1Der Relay-Host (RELAYHOST) ist ein Smarthost für ausgehende Mails: Mailu übergibt alles, was es versendet, an einen anderen SMTP-Server, wahlweise mit RELAYUSER und RELAYPASSWORD.
  2. 2Relay-Domains (Relayed domains) sind etwas anderes: Sie legen Zieldomänen fest, für die Mailu Mails ohne Authentifizierung annimmt und weiterreicht, etwa bei einem Backup-MX.
  3. 3Die Absender-Identität ändert sich mit dem Relay-Host: SPF muss die IP des Relays autorisieren, DKIM muss für die sichtbare Absenderdomain aktiv sein, DMARC braucht Alignment.
  4. 4Eine dedizierte IP schafft eigene Reputation, aber auch eigene Verantwortung: PTR-Eintrag, sauberes SPF und Monitoring liegen bei dir.
  5. 5Prüfe vor dem Umstellen mit einer Testmail, welche IP im Header der Empfängerseite steht.

Relay-Host: Smarthost für ausgehende Mails

In Mailu ist RELAYHOST laut Konfigurationsreferenz eine optionale Adresse, die als Smarthost für alle ausgehenden Mails dient, im Format [HOST]:PORT. Verlangt der Relay eine Anmeldung, kommen RELAYUSER und RELAYPASSWORD hinzu. Ab dann liefert Mailu nicht mehr direkt an die Empfänger aus, sondern übergibt an den Relay.

Standardmäßig nutzt Postfix für ausgehende Mails opportunistisches TLS. Unterstützt dein Relay-Host TLS, empfiehlt Mailu, OUTBOUND_TLS_LEVEL auf encrypt oder secure zu setzen. Von einer strengeren Stufe ohne TLS-fähigen Relay rät die Dokumentation ab.

Relay-Domains: eine andere Funktion

Unter Relayed domains in der Web-Administration trägst du Zieldomänen ein, für die Mailu Mails ohne Authentifizierung annimmt und weiterleitet. Die Dokumentation nennt Backup-Server und technische Domains als Beispiele; die FAQ beschreibt ein Failover-MX so: Auf einem zweiten Mailu-Server werden deine Domains als Relayed domains eingerichtet und zeigen auf den Hauptserver.

Wer also nur Transaktionsmails über einen externen Dienst versenden will, stellt RELAYHOST ein. Relay-Domains braucht es dafür nicht.

SPF, DKIM, DMARC und PTR beim Wechsel der Absender-IP

Wechselt die sendende IP, muss das DNS mitziehen. Die Mailu-FAQ nennt als häufige Ursache für SPF-Fehler, dass Mailu mit einer anderen IP sendet als der in der Konfiguration hinterlegten, etwa durch NAT; im Header der Empfängerseite lässt sich das prüfen. Der Reverse-DNS-Hostname sollte zur eigenen Domain gehören.

DKIM- und DMARC-Einträge erzeugst du in der Web-Administration über die Domain-Details (Schlüssel erzeugen bzw. neu erzeugen); die Seite zeigt danach die passenden DNS-Einträge. Google verlangt seit dem 1. Februar 2024 von Absendern mit mehr als 5.000 Mails pro Tag SPF, DKIM und DMARC, gültiges Forward- und Reverse-DNS (die sendende IP muss zur Adresse des PTR-Hostnamens passen), TLS und eine Spam-Rate unter 0,30 %.

Dedizierte IP: wann sinnvoll?

Eine eigene Absender-IP trennt deine Reputation von anderen Absendern. Das hilft bei gleichmäßigem Versand von Rechnungen oder Benachrichtigungen, verlangt aber Pflege: Der PTR-Eintrag muss stimmen, SPF muss genau diese IP autorisieren, und du beobachtest Rückläufer und Spam-Rate selbst. Bei sehr wenigen Mails kann ein etablierter Relay-Dienst die einfachere Wahl sein.

Wichtig: Eine dedizierte IP verbessert die Zustellung nicht von allein. Sie macht die Reputation nur zu deiner eigenen, im guten wie im schlechten Fall.

Drei typische Fälle

Online-Shop mit Bestellbestätigungen

Postfächer bleiben in Mailu, die Shop-Mails laufen über einen externen SMTP-Dienst. Dafür setzt du RELAYHOST und passt SPF auf die IP des Dienstes an. Relay-Domains sind nicht nötig.

Agentur mit Backup-MX

Ein zweiter Mailu-Server nimmt Mails für die Kundendomains an und reicht sie an den Hauptserver weiter. Genau dafür sind Relayed domains gedacht.

Mittelständler mit eigenem VPS

Mailu läuft auf einem eigenen Server, der Versand geht direkt von dessen IP. Hier zählen PTR, SPF und DKIM, weil keine fremde Relay-Reputation hilft.

Häufige Fehler

  • Relay-Domains eintragen, obwohl eigentlich ein Smarthost für ausgehende Mails gemeint ist.
  • SPF nach dem Wechsel auf einen Relay-Host nicht anpassen.
  • Keinen PTR-Eintrag setzen oder einen Hostnamen, der nicht zur Domain passt.
  • DMARC sofort auf reject stellen, statt mit p=none zu beginnen und zu beobachten.
  • Erwarten, dass eine dedizierte IP allein die Zustellung verbessert.

Wie 4hosting dabei hilft

Unser Rechenzentrum steht in der EU, in Frankfurt. Im DevOps-Dienst „Mailu & SMTP Relay“ richten wir Mailu auf deiner Domain ein, trennen Postfächer und transaktionalen Versand und setzen SPF, DKIM und DMARC auf, auch bei der Migration von cPanel oder Google Workspace.

Die Stunden dafür stammen aus den monatlich enthaltenen DevOps-Stunden deines Plans (cPanel ab Advanced, VPS, dedizierte Server). Was darüber hinausgeht, wird separat abgerechnet. Wir sichern keine Zustellrate zu und bestätigen keine rechtliche Konformität deines Mailversands.

Häufige Fragen

Brauche ich für ausgehende Mails Relay-Domains?

Nein. Relay-Domains sind laut Mailu-Dokumentation Zieldomänen, für die Mailu ohne Authentifizierung Mails weiterleitet, zum Beispiel bei einem Backup-MX. Für ausgehende Mails über einen Smarthost sind RELAYHOST und bei Bedarf RELAYUSER/RELAYPASSWORD zuständig.

Bietet 4hosting eine dedizierte IP als eigenes Produkt an?

In unserer Produktübersicht ist keine separate „dedizierte IP“ als Produkt aufgeführt, und wir sagen sie deshalb nicht zu. Ob und wie sich für deinen Server eine feste Absender-IP einrichten lässt, klärst du vor der Bestellung über den Kontakt.

Garantiert ein korrektes DNS, dass meine Mails ankommen?

Nein. SPF, DKIM, DMARC und PTR sind die Voraussetzung, keine Garantie. Zustellung hängt außerdem von Absender-Reputation, Inhalt und Spam-Rate ab.